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Das neue Baukindergeld

Das neue Baukindergeld

Antragstellung zur neuen Förderung hat einige Tücken

Mit einem jährlichen Zuschuss von 1.200 Euro pro Kind unterstützt die Bundesregierung ab sofort Familien beim Haus- oder Wohnungskauf. Die Förderung beschränkt sich auf Kauf- und Bauverträge, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 abgeschlossen wurden bzw. werden, und läuft zehn Jahre. Wer antragsberechtigt ist und wo die Förderung zu beantragen ist, werden wir Ihnen auf den kommenden Seiten detailliert schildern.

Bereits über 11 000 Familien haben Anträge auf Baukindergeld bei der zuständigen KfW Bankengruppe gestellt. Aufgrund technischer Probleme beim Upload von Dokumenten im Rahmen der Antragstellung kann jedoch frühestens im März 2019 die erste Fördersumme ausbezahlt werden. Das Baukindergeld ähnelt der früheren Eigenheimzulage, die Ende 2005 ausgelaufen war, und hat einige Vorteile: Im Gegensatz zur Eigenheimzulage können nun Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen ein zu hohes Einkommen drücken, da nicht mehr die „Summe der positiven Einkünfte“ entscheidend ist. Besonders wichtig ist aber der Punkt, dass die Förderung erst nach dem Einzug ins z. B. neue Haus beantragt und geprüft werden kann. Somit sollte die Baufinanzierung ohne das „Geld vom Staat“ stehen. Bei der Antragstellung, die ausschließlich auf der Website der Kreditanstalt für Wiederaufbau erfolgen kann, gibt es weitere Besonderheiten, die wir Ihnen jetzt erläutern.

Antragsteller und Kind

Der Antragsteller muss für das im Haushalt lebende minderjährige Kind kindergeldberechtigt sein oder mit dem Kindergeldberechtigten (Ehe- oder Lebenspartner oder Partner aus eheähnlicher Gemeinschaft) in einem Haushalt leben. Jeder Antragsteller wird nur einmal gefördert. Für jedes Kind kann nur einmalig eine Baukindergeldförderung beantragt werden. Ausschlaggebend für die Höhe der Förderung ist die Anzahl der Kinder unter 18 Jahren, die bei Antragstellung im Haushalt leben und für die zum Zeitpunkt der Antragstellung die Kindergeldberechtigung vorliegt. Für Kinder, die nach Antragseingang geboren beziehungsweise in den Haushalt aufgenommen werden, kann kein Baukindergeld beantragt werden.

Zu versteuerndes Haushaltseinkommen

Das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen darf maximal 90.000 Euro bei einem Kind zuzüglich 15.000 Euro je weiteres Kind unter 18 Jahren betragen. Hierfür wird der Durchschnitt aus den zu versteuernden Einkommen des zweiten und dritten Jahres vor Antragseingang ermittelt (Beispiel: Für einen Antrag im Jahr 2018 wird der Durchschnitt der Einkommen aus 2015 und 2016 gebildet). § 2 Absatz 5a Einkommensteuergesetz ist nicht anzuwenden. Zum Haushaltseinkommen zählen die Einkommendes Antragstellers und Einkommen des Ehe- oder Lebenspartners oder des Partners aus eheähnlicher Gemeinschaft. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen wird anhand der Einkommensteuerbescheide des Finanzamtes nachgewiesen. Sofern kein Einkommensteuerbescheid vorliegt, ist die Erstellung rechtzeitig beim zuständigen Finanzamt zu beantragen.

Anforderungen an das Wohneigentum

Gefördert wird der Ersterwerb, das heißt der erstmalige Kauf oder Neubau, selbst genutzten Wohneigentums in Deutschland. Sofern der Haushalt (Antragsteller sowie Ehe- oder Lebenspartner oder Partner aus eheähnlicher Gemeinschaft oder Kinder) Eigentum an einer selbst genutzten oder vermieteten Wohnimmobilie in Deutschland zur Dauernutzung besitzt, ist eine Förderung mit dem Baukindergeld nicht möglich. Stichtag ist das Datum des Kaufvertrags beziehungsweise der Baugenehmigung oder Bauanzeige für die neu erworbene beziehungsweise geschaffene Wohnimmobilie. Der Antragsteller muss Eigentümer, mindestens Miteigentümer des selbst genutzten Wohneigentums geworden sein. Dieses muss gemäß Grundbucheintrag zu mindestens 50 % dem Haushalt (Antragsteller sowie Ehe- oder Lebenspartner oder Partner aus eheähnlicher Gemeinschaft oder Kinder) gehören. Das Wohneigentum wird anhand des Grundbuchauszugs nachgewiesen. Neubauten sind förderfähig, wenn die Baugenehmigung zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 erteilt worden ist. Beim Erwerb von Neu- oder Bestandsbauten muss der notarielle Kaufvertrag zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 unterzeichnet worden sein. Die Kosten für den Eigentumserwerb (Neubau oder Kauf) ohne Erwerbsnebenkosten müssen höher sein als die Förderung durch das Baukindergeld.

Antragstellung

Der Antrag muss spätestens drei Monate nach dem Einzug in das selbst genutzte Wohneigentum durch den (Mit-)Eigentümer gestellt werden. Es gilt das in der amtlichen Meldebestätigung angegebene Einzugsdatum. Beim Erwerb einer bereits selbst genutzten Wohneinheit (zum Beispiel Kauf der gemieteten Wohnung) muss der Antrag spätestens drei Monate nach Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags gestellt werden. Sie beantragen den Zuschuss online im KfW-Zuschussportal (www.kfw.de/zuschussportal). Anträge in anderer Form können von der KfW nicht bearbeitet werden. Nach Antragseingang erhalten Sie eine Antragsbestätigung durch die KfW. Sofern Sie Ihren Kaufvertrag zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 abgeschlossen beziehungsweise im genannten Zeitraum eine Baugenehmigung erhalten haben, können Sie bis spätestens zum 31. Dezember 2023 einen Antrag auf Baukindergeld stellen. Maßgeblich ist, dass die Antragstellung innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug erfolgt. Nachdem Sie eine Antragsbestätigung von der KfW erhalten haben, müssen Sie Ihre Identität per Video-Identifizierung oder mit dem Postident-Verfahren der Deutschen Post nachweisen.

Förderbedingungen nachweisen

Innerhalb von drei Monaten nach Antragsbestätigung weisen Sie als Antragsteller die Einhaltung der Förderbedingungen anhand der unten genannten Dokumente nach. Ab März 2019 wird es möglich sein, Dokumente im Zuschussportal hochzuladen. Für Anträge, die bis März 2019 gestellt werden, müssen die folgenden Dokumente bis zum 30. Juli 2019 im Zuschussportal hochgeladen werden:

1. Einkommensteuerbescheide: Zum Nachweis des Haushaltseinkommens müssen die Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Kalenderjahres vor Antragseingang des Antragstellers und – sofern vorhanden – des im Haushalt lebenden Ehe- oder Lebenspartners oder Partners aus eheähnlichen Gemeinschaften vorgelegt werden. Beispiel: Bei Antragseingang 2018 sind die Einkommensteuerbescheide aus den Jahren 2015 und 2016 einzureichen.

2. Meldebestätigungen: Der Nachweis der Selbstnutzung muss anhand der Meldebestätigung erbracht werden. Die Meldebestätigung muss den Hauptwohnsitz des Antragstellers, der im Antrag angegebenen Kinder sowie seines Ehe- oder Lebenspartners oder des Partners aus der eheähnlichen Gemeinschaft ausweisen.

3. Grundbuchauszug: Als Nachweis über den Eigentumserwerb muss ein Grundbuchauszug vorgelegt werden. Liegt die Grundbucheintragung über den Eigentümerwechsel noch nicht vor, kann der Nachweis mit der Auflassungsvormerkung erfolgen.

Auszahlung

Die Zuschussraten werden jährlich ausgezahlt. Nach positiver Prüfung der Nachweise durch die KfW wird die erste Zuschussrate auf das Konto des Antragstellers überwiesen. Ihren Auszahlungstermin finden Sie auf der Auszahlbestätigung. Die weiteren Zuschussraten werden in den folgenden neun Jahren im selben Monat wie die Erstauszahlung überwiesen.

Hinweise

Die Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln wie Krediten, Zulagen und Zuschüssen ist grundsätzlich möglich. Die kumulierte Förderung darf dabei nicht höher als die Kosten für den Neubau oder den Erwerb des Wohneigentums sein. Auf eine Förderung besteht kein Rechtsanspruch, und der Anspruch auf die Zahlung von Zuschussraten endet zu dem Zeitpunkt, zu dem die Selbstnutzung des Wohneigentums aufgegeben wurde.

Weitere Informationen: www.kfw.de/baukindergeld