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Wohin gehts, Herr Bürgermeister?

Thomas Rosenberg skizziert die aktuelle Stadtentwicklung

Trotz klammer Kassen will Premnitz in den kommenden Jahren an mehreren Stellen sichtbar vorankommen. Im Interview zeichnet Bürgermeister Thomas Rosenberg das Bild einer Stadt, die gleichzeitig an Wärmeversorgung, Bildung, Sport, Tourismus, Wirtschaft und öffentlicher Kommunikation arbeitet. Im Interview macht Bürgermeister Thomas Rosenberg deutlich, worauf es ihm jetzt ankommt.

Versorgungssicherheit und
stabile Rahmenbedingungen

Eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist für Rosenberg der Ausbau der Fernwärme. Für ihn ist das weit mehr als Infrastruktur. Es geht um Versorgungssicherheit, um stabile Rahmenbedingungen für das Wohnen und um einen Vorteil, den Premnitz im Wettbewerb mit anderen Orten gezielt nutzen kann. Besonders wichtig ist ihm, dass die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg eng informiert und eingebunden werden, weil der Ausbau auch spürbare Eingriffe im Alltag mit sich bringt. „Wir müssen den Bürger mitnehmen“, sagt Rosenberg. Rosenberg verbindet dieses Thema direkt mit der Frage, wie Premnitz als Wohnort an Attraktivität gewinnt. „Wenn Energieversorgung planbar und klimafreundlicher wird, stärkt das auch die Stadtentwicklung insgesamt“. Fernwärme ist für Premnitz kein Randthema, sondern eine Chance, mit bezahlbarem Wohnen und Zukunftssicherheit zu werben.

Bessere Perspektiven vor Ort

Mindestens ebenso bedeutend ist für den Bürgermeister der Ausbau der Oberschule zur zukünftigen Gesamtschule. Rosenberg knüpft daran große Erwartungen, weil junge Menschen dadurch vor Ort bessere Perspektiven erhalten und Familien in Premnitz einen stärkeren Standortfaktor sehen. Für ihn ist das Projekt eng mit Lebensqualität verbunden. Wer Kinder nicht über lange Wege übers Land schicken muss, schafft bessere Bedingungen für Schule, Alltag und Vereinsleben. Gleichzeitig verschweigt Rosenberg die Schwierigkeiten nicht. Die Planungen hängen an Beschlüssen, Genehmigungen und an der finanziellen Handlungsfähigkeit des Landkreises. Dass eine Vergabe zunächst nicht beschlossen wurde und Geld noch nicht abgerufen werden kann, sieht er kritisch. Ihm geht es um Zeit, Verlässlichkeit und ein klares Signal an Familien. Denn gerade diese Familien entscheiden mit darüber, wie attraktiv Premnitz als Wohnort wahrgenommen wird. Für Rosenberg ist daher klar, dass die Schule weit über den Bildungsbereich hinaus Bedeutung hat. Sie ist ein Schlüsselprojekt für die gesamte Stadtentwicklung.

Vereine, Sport und Freizeit als Herzstück des Stadtlebens

Für Rosenberg gehört zur Zukunft von Premnitz auch ein starkes Vereinsleben. Deshalb setzt die Stadt gemeinsam mit dem Mögeliner SC 1913 e.V. und dem TSV Chemie Premnitz e.V. auf das Projekt Kunstrasenplatz. Die Bedingungen für Training und Nachwuchsarbeit sollen sich deutlich verbessern. Rosenberg schildert, wie schwierig die Wintermonate bislang für den Fußballbetrieb sind, wenn Plätze lange ausfallen und Hallenzeiten geteilt werden müssen. Der geplante Kunstrasenplatz würde deshalb weit mehr leisten als eine sportliche Verbesserung. Er würde Verlässlichkeit, Kontinuität und mehr Qualität im Vereinsalltag schaffen. Fördermittel vom Landessportbund sollen helfen, die Kosten von rund 1,4 Millionen Euro für die Stadt zu senken. Auch das Freibad bleibt für ihn ein wichtiger Standortfaktor. Im Inter- view beschreibt er, dass Zuschüsse erhöht und weitere finanzielle Schritte vorbereitet wurden, um den Betrieb perspektivisch auch finanziell darstellbar zu machen. Der Hintergrund ist deutlich. Orte wie das Freibad stiften Identität, Alltagserlebnis und Lebensqualität. Für eine Stadt wie Premnitz sind das keine Nebenthemen, sondern Bausteine, an denen sich die Frage entscheidet, ob Menschen gern hier leben.

Wirtschaft braucht Perspektive und Fläche

Zur Stadtentwicklung gehört für Rosenberg auch die wirtschaftliche Perspektive. Die mögliche Erweiterung des Industrieparks ist für ihn deshalb ein strategisches Thema. Eine Machbarkeitsstudie zeigt nach seinen Worten, dass Entwicklung grundsätzlich möglich ist, auch wenn etliche Hürden zu beachten sind. Kleinteilige Grundstücke, Bodendenkmale, Waldumwand-
lung und Erschließung machen das Vorhaben anspruchsvoll. Dennoch erkennt Rosenberg eine echte Chance, weil größere Flächen am Markt gefragt sind und Premnitz damit Unternehmen gewinnen könnte, die Arbeitsplätze und Gewerbesteuern bringen. „Wo Unternehmen erfolgreich arbeiten, profitiert die Stadt in mehrfacher Hinsicht. Sie bietet ihren Einwohnerinnen und Einwohnern Beschäftigung und gewinnt über die Gewerbesteuer zugleich finanziellen Spielraum für die eigene Entwicklung“, formuliert Thomas Rosenberg. Er beschreibt das Projekt als wichtig, zugleich mit großem Respekt vor Aufwand, Finanzierung und der Frage, mit welchen Partnern die Stadt diesen Weg gehen kann. Gespräche mit Landkreis, Land und Wirtschaftsförderung sollen die nächsten Schritte vorbereiten. Für Rosenberg ist klar, dass Premnitz wirtschaftliche Chancen nutzen muss, wenn die Stadt langfristig handlungsfähig bleiben will.

Das Wasser stärker zum Teil der Stadt machen

Besonders anschaulich wird Rosenberg, wenn er über Premnitz am Wasser spricht. Die Havel ist aus seiner Sicht einer der größten Schätze der Stadt. Gleichzeitig sagt er offen, dass Premnitz daraus noch längst nicht alles macht, was möglich wäre. Das zentrale Problem formuliert er knapp. „Unser Problem ist aktuell, dass wir keinen richtigen Zugang zum Wasser haben.“ Für Rosenberg liegt hier ein enormes Entwicklungspotenzial, das Einheimischen und Gästen gleichermaßen zugutekommen kann. Im Mittelpunkt stehen Überlegungen zu neuen Liegeplätzen, möglichen Lösungen für eine Slipanlage und zur besseren Gestaltung des Havelufers. Dazu kommen Gespräche mit Naturschutz, Umweltbehörden und weiteren Partnern. Bereits gefunden wurde ein Investor für eine Hallenlösung im Zusammenhang mit der Umsiedlung des MCC. Für Rosenberg ist das eine große Erleichterung, weil dadurch Bewegung in ein lange vorbereitetes Thema kommt. Zugleich bleibt er vorsichtig und beschreibt viele Schritte bewusst als laufenden Prozess. Die Richtung ist dennoch klar. Das Havelufer soll stärker erlebbar werden und mehr Aufenthaltsqualität entwickeln. Mit dieser Perspektive verbindet sich auch die geplante Neugestaltung des Spielplatzes am Havelufer. Rund 300.000 Euro sind dafür eingestellt. Rosenberg begründet das ausdrücklich mit dem Ziel, junge Familien anzusprechen und die Kernstadt attraktiver zu machen. Das Wasser, die Promenade, Freizeitangebote und ein familienfreundlicher öffentlicher Raum gehören für ihn zusammen. So entsteht Schritt für Schritt ein größeres Bild. Aus einer schönen Lage soll ein stärker genutzter Stadtraum werden.

Mehr Sichtbarkeit für das, was in Premnitz entsteht

Ein weiteres Thema, das Rosenberg persönlich stark bewegt, ist die Kommunikation der Stadt. Er will Verwaltungsarbeit, Projekte und Vereinsleben sichtbarer machen. Dabei geht es ihm um mehr als klassische Öffentlichkeitsarbeit. Er möchte, dass Bürgerinnen und Bürger besser verstehen, was gerade läuft, welche Ziele verfolgt werden und wie viel Arbeit hinter vielen Prozessen steckt. „Ich möchte unsere Arbeit hier transparenter machen“, sagt er. Gedacht wird dabei an neue digitale Wege, an einen WhatsApp-Kanal, an eine modernere Homepage und an ein regelmäßiges Heft, das Verwaltungs- und Vereinsarbeit stärker ins Stadtbild trägt.